Finja

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Finja

Beitragvon Felbion am Mo 4. Jul 2011, 13:41

Finja saß gelangweilt am Fenster und stickte. Wenn es ihr gar zu langweilig wurde, blickte sie auf das bunte Treiben in Daghem hinaus. Plötzlich liefen die Menschen zusammen und scharten sich um ein paar gut gekleidete Männer, die auf der Mitte des Marktplatzes standen und in alle Richtungen redeten. Neugierig versuchte Finja die Wappenfarben der Kleidung zuzuordnen.
Nachdem sie erkannt hatte, dass es Boten aus Sandviglund und Skandonara waren, rief sie aufgeregt nach ihrem Bruder.
„Philipp! Philipp! Philipp, schau,“ rief sie und wies mit der Hand zum Fenster: „Boten aus Sandviglund und auch aus Skandonara.“
„"Finja, wenn Dich diese Botschaften dieser Männer interessiert, dann geh zu ihnen hinaus - aber hier im Haus ...“ setzte Philipp an: “Moment, Finja, Schweig! Hör doch: Die Boten rufen 'Aushebung' - sie rufen die 'Truppen zu den Waffen'!" Philipp blieb wie angewurzelt stehen, während Finja schon fast bei der Tür war. "Finja - geh von der Tür! Reich mir meinen Umhang! Ich werde den Boten nacheilen und Du wirst bei den Nachbarn die Ohren spitzen." Also reichte Finja ihrem Bruder seinen Mantel und nachdem er das Haus verlassen hatte, konnte auch Finja endlich ihren Mantel überwerfen und sich zu den Nachbarn begeben, um sich nach Neuigkeiten zu erkundigen. Sie klopfte bei den Nachbarn an, von denen sie wußte, dass sie besonders redselig waren. „Svenja? Svenja?“ rief Finja. „Bist Du zu Hause?“ Svenjas Gatte kam aus dem hinteren Raum nach vorne. „Hallo Finja, sei gegrüßt. Was verschafft mir die Ehre Deines Besuchs?“ „Na ja, ich … ich wollte wissen, ob ihr schon gehört habt, was die Fremden auf dem Marktplatz hier wollten. Ich weiß, ich weiß, ich sollte mich damit nicht belasten, aber ich… oh.“ Finja senkte den Kopf und errötete. Verlegen verschränkte sie ihre Finger ineinander: “Philipp ist so aufgeregt hinausgeeilt und hat mir nichts gesagt! Und ich machen mir doch solche Sorgen um ihn!“ Sie hob ihren Blick und sah Knut gekonnt unschuldig unter lagen Wimpern an und er lies sich – wie immer - von ihrer Lieblichkeit hinreißen. „Nun ja“ sagte er gewichtig: “Der König hat die Aushebung von Truppen befohlen und Herr Gjol wurde aufgefordert, sein Gefolge zu sammeln. Es geht das Gerücht um, das die Svearen die Mauern von Stensraben geschleift haben sollen. Weißt Du, was das heißt, Finja?“ „Nein, was bedeutet das?“ fragte sie unschuldig während sie bei sich dachte ‚Bei den Göttern, für wie dumm hält der mich?‘ „Also das bedeutet, das Stensraben überfallen und niedergebrannt wurde. Es sollen Svearen unter der Leitung des Svealändischen Jarl gewesen sein. Sie haben geplündert und gemordet und noch ganz viel schlimmere Dinge getan! Oh nein, Finja, tut mir Leid! So genau wollte ich das nicht erzählen.“, rief Knut aus, als er in Finjas blasses Gesicht schaute. „Setz Dich! Ich war so Kopflos, entschuldige. Soll ich Dir schnell einen Krug mit verdünntem Met holen?“ „Ja,“ hauchte sie, während Knut sie zu einer Bank führte “das wäre sehr freundlich von Dir.“ Sie hätte den Met lieber unverdünnt getrunken, denn Knut braute seit jeher den besten Met der Stadt… und für einen Becher Met spielte sie gerne die Schockierte. Knut kam mit einem kleinen Becher zurück, den er ihr in die Hand drückte. ‚Geizkragen‘ dachte Finja ’aber besser als nichts!‘ „Also, wo war ich stehengeblieben? Ach ja….“ Knut erzählte von dem Überfall auf Stensraben, währen Finja interessiert guckte, und hin und wieder einen erstaunten oder erschrockenen Ausruf von sich gabt. Gedanklich war Finja damit beschäftigt zu überlegen, ob sie Knut noch irgendwie einen Becher abluchsen konnte., entschied sich aber dagegen, denn das würde sein Bild von ihrer Lieblichkeit doch arg schädigen. Also hörte sie brav weiter zu, denn die Geschichte um Stensraben kannte sie. „… und deshalb hebt der König jetzt Truppen aus, weil Herr Ingvar doch zu den Bretonen gegangen ist und sich jetzt wohl mit deren Hilfe an den Svearen rächen will. Oh Finja, meine Holde, ich bitte Dich, bringe Dich in Sicherheit!“ bestürmte Knut sie plötzlich. Da Finja ihren Gedanken nachgehangen hatte, hatte sie den Stimmungsumschwung bei ihm nicht bemerkt und war sehr erstaunt, als sie Knut plötzlich vor sich auf dem Boden knieen sah und ihre Hand zwischen seinen riesigen Pranken knetete. „Oh Knut,“ hauchte sie: “Du bist ein so ehrbarer Mann! Svenja kann sehr stolz darauf sein, Dich zu Mann zu haben. Du bist so führsorglich! Wenn ich doch jemals so einen Mann an meiner Seite hätte!“ Sie rang sich ein sanftes Lächeln ab, während sie angeekelt ihre Hand aus seinen Schweißhänden zu befreien versuchte. „Ich bin mir sicher, das Svenja mit Dir an ihrer Seite nichts geschehen wird! Aber nun muss ich wieder zu meinem Bruder zurück. Er wird sich schon Sorgen machen, wo ich so lange bleibe.“ Sie verabschiedete sich und bat Knut, Svenja ihre Grüße auszurichten.
Als Finja auf ihre Haustür zuschritt, kam ihr ihr Bruder vom Markt entgegen, wo er versucht hatte, Näheres zu erfahren. “Philipp, Philipp - ich hab gehört … “ rief sie ihm entgegen, “in Bretonien wird gerüstet - für einen Feldzug gegen die Skandmark.”
“Nein Finja, was auch immer Du Dir zusammenreimst: Es ist doch nur wieder ein Aufruf durch den Hauptmann Zwosch, der braucht doch ständig neue Soldaten für die Garde. Um mehr geht es nicht.” antwortete Philipp. Finja war mal wieder erstaunt, für wie hirnlos ihr Bruder sie hielt. Aber nun gut, sie lies ihn in dem Glauben, das sie nur sticken und den Haushalt führen konnte. Und so setzte sich Finja wieder ans Fenster, nahm ihre Stickarbeit auf und hing ihren Gedanken über die veränderte Situation in Daghem, der Svealande und allgemein der Skandmark nach. Es musste doch irgendetwas geben, was sie tun konnte… außer zu sticken!
Ich war's nicht! ;)

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Re: Finja

Beitragvon Felbion am Fr 11. Nov 2011, 13:52

Den Aufruf zum Thing hatte Finja auch gehört. Und sie war unterwürfig zur Lady Jytte gegangen und hatte sie gefragt, ob sie sie in ihrem Gefolge mitnehmen würde. Und Lady Jytte war so freundlich und nahm sie mit. Und da Finjas Bruder Philipp nicht mitreisen konnte, gab er ihr den Pagen Felkel mit auf die Reise. Auf dem Thing lernte sie den Hesir von Klippedaelsvig, Hauptmann Zwosch, Alrik Alberdan, Alaska Corvus und Herrn Mandred von Eykstamm mit seinem Gefolge kennen. Außerdem waren natürlich Herr Gjol mit seiner Frau Lady Jytte und die Hofdame Marie-Katharina dort. Es war ein sehr interessanter Thing. Es wurde lange und hart verhandelt und keiner hat sich seine Entscheidungen leicht gemacht. Nach dem Thing wurde ein lecker zubereitetes Schwein verzehrt und der Met floß in Ströhmen.
Nun war Finja wieder zu Hause und erzählte ihrem Bruder vom Thing.
"Und Philipp? Herr Gjol hat von Herrn Mandred das Angebot bekommen, für jeden 20sten die Stadt Daghem gegen Angriffe von außen zu schützen. Was hälst Du davon?" fragte sie. 'Immerhin ist er sowohl Skandmarker, als auch Bretone. Wenn uns irgendjemand angreift, könnte er mit Svearen und - wenn es gar zu viele Angreifer sind - mit Bretonen anrücken und uns hier in Daghem beschützen. Aber was ist, wenn uns Bretonen angreifen würden? Und Herr Mandred würde uns in den Rücken fallen?' überlegte sie sich still.
Ich war's nicht! ;)

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Re: Finja

Beitragvon Felbion am Mo 18. Mär 2013, 14:11

'Es schneit und schneit und schneit!' frustriert blickte Finja aus dem Fenster der Halle auf die schneebedeckten und vereisten Straßen. 'Dabei war der Schnee schon geschmolzen und die schlammigen Straßen waren abgetrocknet. Und jetzt? Argh!' Finja schloss das pergamentbespannte Fenster und hielt die Hände über das wärmende Feuer. Sie langweilte sich furchtbar, seit Philipp zur Inspektion der Stadtwache aufgebrochen war. „Merle? Merle! Bring mir das braune Kleid aus meiner Truhe!“ Als ihre Magd ihr das gewünschte Kleid gebracht hatte, betrachtete Finja es kritisch. „Sag, Merle, hatte ich nicht noch irgendwo diesen kostbaren, glänzenden Stoff, den ich von dem durchfahrenden Händler aus Sandviglund erstanden habe? Und bring mir auch die helle Borte!“ Die Idee, das Kleid umzuschneidern hatte sie schon länger in ihren Gedanken bewegt. ‚Und da ich ja eh alleine zu Hause bin und nichts anderes zu tun, kann ich genausogut nähen‘ dachte Finja und setzte sich aufseufzend ans Feuer, um die Arbeit in Angriff zu nehmen.
Ich war's nicht! ;)

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